> Meiner Meinung nach hat der christliche Gott aber mit dem jüdischen
> nicht viel zu tun. Gott ist nicht gerecht, wie sollte man sonst
> derart unbedingt seine Gnade bekommen?
>
> Aber das ist eine ganz andere Geschichte…
…zu der ich gerne etwas beitragen will:
Wir sehen jede sternenklare Nacht in ein Univerum, das strengen
Gesetzen gehorcht. So viel wissen wir. Davon haben wir noch längst
nicht alles erforscht. Eines der Theorien, die man über die
Entstehung der Arten in der Natur hat, ist die Evolutionstheorie, die
einfach auf der Hand liegt. So muß es gewesen sein. Bekanntlich gibt
es einige Gläubige, die felsenfest davon überzeugt sind, der
Schöpfungsbericht in der Bibel sei nicht metaphorisch zu verstehen.
Darauf will ich hier gar nicht erst näher eingehen. Wir erkennen
Ordnungen in der Natur, mit unserem menschlichen Geist, unser
kollektiver Geist, der sie entdeckt und ausforscht und nutzt und
ausbeutet, begreift und versteht sie. Was ist so unglaublich daran,
anzunehmen, das gesamte Universum wurzele in einer Art umfassendem
Weltgeist? Selbst Materialisten, die annehmen, unser Bewußtsein
entspringe an sich nur ein paar chemischen Reaktionen, letzten Endes,
in unserem Gehirn, müßten doch dann bei dem unendlich viel
komplexeren Gesamtzusammenhang des allein uns nur bekannten
Universums ganz andere Dinge anzunehmen bereit sein. Was die Sinne
unseres Körpers, der doch nur per Zufall durch Evolution entstanden
sein soll, nicht erfassen, das wird schlicht geleugnet. Bis auf die
Grenzwissenschaften, die Kosmologen oder Teilchenphysiker, die
ständig nach faszinierenden Weltformeln suchen und die Welt in ihrem
innersten Zusammenhalt beschreiben; sie stoßen ständig an das
Spirituelle. Energie? Materie? Antimaterie? Wie soll man das noch
alles beweisen können? Das meiste davon müssen wir einfach erst
einmal glauben, und es bestehen noch wesentliche Erkenntnislücken,
wir haben das geschlossene Ganze noch nicht erkannt. Was vielleicht
auch gar nicht möglich ist, weil die Unendlichkeit nun einmal
unendlich ist und wir sterblichen Leiber es nicht sind. Wenn wir nun
annehmen, die Evolution gelte auch auf Ebenen, die unseren Sinnen
eher verborgen sind, daß da geistige Energien, nennen wir sie Engel
und Dämonen, gegeneinander kämpfen, in völlig geistigen Kategorien,
für die man unser Gehirn als Sinnesorgan bezeichnen könnte - was wäre
daran so abwegig? Ich finde überhaupt nicht, daß Wissenschaft und
Religion unbedingt einander widersprechen müssen oder es überhaupt
tun, wenn man mal die schriftliche Überlieferung, Übersetzung, fremde
Kultur usw. bla bedenkt. Vor allem, wenn von Wundern die Rede ist.
Daß die mit normalen Erfahrungen in der Welt nicht zu vereinbaren zu
sein scheinen, macht sie doch gerade erst zu Wundern. Was wir jeden
Tag vor uns sehen, ist doch schon ein einziges Wunder, da mögen auch
Dinge zugehen, die wir nicht auf Anhieb mit normalen Annahmen
erklären können.
Aber um zum Kapitalismus zurückzukommen… Hier setzt sich doch
dieser Kampf auch nur wieder fort. Das ist das natürliche Element am
Kapitalismus. Was ihn von allen anderen konkurrierenden -ismen
unterscheidet, ist ja dessen Natürlichkeit. Kapital kumuliert. Das
ist sozusagen ein Naturgesetz. Das passiert, wenn man nichts dagegen
unternimmt. Und selbstverständlich läßt sich dieser Zustand nur aus
einem total egoistischen Standpunkt heraus verteidigen. Deshalb muß
es den altruistischen Ausgleich geben. Genau das ist in der “Goldenen
Regel” beschrieben, die auch Jesus Christus an seine Jünger
weitergibt, daß man nämlich mit dem anderen so umgehen soll, wie man
selber gerne behandelt werden möchte. Also liebe deinen Nächsten wie
dich selbst. Das klingt nicht gerade kapitalistisch. Das klingt zu
gerecht. Fast sozialdemokratisch, oder? Ich meine natürlich die
ideale Sozialdemokratie, nicht das, was uns hier unter dem
Markennamen SPD dargeboten wird ($PD, darf man das schreiben? Und